AG Reinbek Urt. v. 04.06.14 – 11 C 15.14 juris – 2 Labradormischlinge auf 50 qm

Eine Mieterin hielt in ihrer 50 qm großen Wohnung eine Labrador-Retriever-Hündin. Die sollte nicht alleine bleiben. Der Vermieter hat ihr einen Hund genehmigt. Mehr wollte er nicht. Er schimpfte schon jetzt über Hundehaare, die eine Zeugin angeblich stören und eine angebliche Neigung bei Labradoren zur Harnleiterinkonsitenz. Und zwei so große Hunde in der kleinen Wohnung sind unzumutbar. Außerdem enthielt der Mietvertrag ein Hundeverbot und er hat nur einen Hund genehmigt. Das ist eine Individualvereinbarung. Ein generelles formularvertragliches Hundeverbot gibt’s nicht.

Individualvertraglich können Sie alles Mögliche vereinbaren und es gibt kaum Grenzen (gute Sitten, Treu und Glauben). Eine Individualvereinbarung muss aber auch ganz individuell ausgehandelt werden, d.h. Sie haben z.B. eine halbe Stunde lang über die Hundehaltung diskutiert, weil der Vermieter individuell ein Verbot wollte und sich dann auf eine maximale Widerristhöhe geeinigt. In der Regel will Ihr Gegenüber bei einer Individualvereinbarung seine Interessen sichern und nicht Ihre.
Der Richter entscheid nach Abwägung der Interessen für beide Hunde: die Hunde sind zwar recht groß und die Wohnung eher klein, aber sie werden als Rettungshunde ausgebildet und ehrenamtlich eingesetzt (sind also kaum zu Hause); der Streit um die Hundehaare ist eher einer um die Treppenhausreinigung, die Zeugin wurde nicht gehört (sie war im Streit mit dem Vermieter wegen der Katzenhaltung – da sollte man sich doch verbünden, oder nicht?) und das mit der Inkontinenz ist nicht bewiesen.
Hinweis: seien Sie pingelig, gucken Sie jedes Abwägungskriterium, das der BGH uns bietet, genau an und bringen Sie jedes erdenkliche positive Argument mit rein. Erklären Sie die Haltungsbedingungen genau, machen Sie sich und Ihre Tiere sympathisch. So locken Sie Leute weg von Schema F und Vorurteilen